Und wenn du lange genug in den Abgrund blickst,
dann blickt der Abgrund auch in dich hinein.

(Nietzsche)

Bedenkliches


"Man hat die Realität in dem Grade um ihren Wert, ihren Sinn, ihre Wahrhaftigkeit gebracht, als man eine ideale Welt erlog ...
Die "wahre" Welt und die "scheinbare Welt" - auf deutsch: die erlogene Welt und die Realität ...
Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über die Realität, die Menschheit selbst ist durch sie bis in ihre untersten Instinkte hinein
verlogen und falsch geworden bis zur Anbetung der umgekehrten Werte, als die sind, mit denen ihr erst das Gedeihen, die Zukunft,
das hohe Recht auf Zukunft verbürgt wäre."
(Nietzsche)



"Weil du die Augen offen hast, glaubst du, du siehst!"
(Goethe)



"Nicht die Erkenntnis gehört zum Wesen der Dinge, sondern der Irrtum!"
(Nietzsche)



"Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist, als die Welt des Traumes!"
(Salvador Dali)



"Ein menschliches Wesen ist Teil des Ganzen, genannt "Universum", begrenzt in Raum und Zeit.
Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas, das von dem Rest getrennt ist, eine Art von optischer Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist eine Art von Gefängnis für uns, das uns auf unsere persönlichen Wünsche und Einwirkungen einiger weniger Personen in unserer näheren Umgebung beschränkt. Unsere Aufgabe muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien durch Ausdehnung unseres Mitleides auf alle lebenden Kreaturen und der ganzen Natur in ihrer Schönheit!"
(Albert Einstein)



"Das, was die Menschheit bisher ernsthaft erwogen hat, sind nicht einmal Realitäten, bloße Einbildungen, strenggeredet, Lügen aus den schlechten Instinkten kranker, im tiefsten Sinne schädlicher Naturen heraus."

"Alle Fragen der Politik, der Gesellschafts-Ordnung, der Erziehung sind dadurch bis in Grund und Boden gefälscht, dass man die schädlichsten Menschen für große Menschen nahm, - dass man die "kleinen" Dinge, will sagen die Grundangelegenheiten des Lebens selber verachten lehrte ..."

"Das, was heute gebaut wird, steht in drei Jahren nicht mehr. - Wenn ich mich danach messe, was ich kann, nicht davon zu reden,
was hinter mir drein kommt, ein Umsturz, ein Aufbau ohne Gleichen, so habe ich mehr als irgend ein Sterblicher den Anspruch
auf das Wort Größe. Vergleiche ich mich nun mit den Menschen, die man bisher als erste Menschen ehrte, so ist der Unterschied
handgreiflich. Ich rechne diese angeblich "Ersten" nicht einmal zu den Menschen überhaupt, - sie sind für mich Ausschuss
der Menschheit, Ausgeburten von Krankheit und rachsüchtigen Instinkten: sie sind lauter unheilvolle, im Grunde unheilbare Unmenschen, die am Leben Rache nehmen ..."
(Nietzsche)



"Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat!"
(Berthold Brecht)



"Wahrlich, ich sage euch, es wird eine Zeit kommen, da werden sich die Menschen nicht mehr auskennen.
Und in dieser Zeit werden diejenigen, die schreien "wir sind die Opfer" in Wirklichkeit die Täter sein!
Und diejenigen, die sich als "Retter" aufspielen, sind in Wirklichkeit die Henker!
Darum prüfet alles mit eurem Herzen - und das beste behaltet. Denn an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!"



"Die Menschen fliehen zueinander, weil sie voreinander Angst haben ... Und warum haben sie Angst?
Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist. Sie haben Angst, weil sie sich nie zu sich selber bekannt haben.
Eine Gemeinschaft von lauter Menschen, die vor dem Unbekannten in sich selber Angst haben ..."

"Und hier brannte mich plötzlich wie eine scharfe Flamme die Erkenntnis: - es gab für jeden ein „Amt", aber für keinen eines, das er selbst wählen, umschreiben und beliebig verwalten durfte.
Es war falsch, neue Götter zu wollen, es war völlig falsch, der Welt irgendetwas geben zu wollen! Es gab keine, keine, keine Pflicht für erwachte Menschen als die eine: Sich selber zu suchen, in sich fest zu werden, den eigenen Weg vorwärts zu tasten, einerlei wohin er führte.

– Das erschütterte mich tief, und das war die Furcht dieses Erlebnisses für mich. Oft hatte ich mit Bildern der Zukunft gespielt,
ich hatte von Rollen geträumt, die mir zugedacht sein könnten, als Dichter vielleicht oder als Prophet, oder als Maler,
oder irgendwie. All das war nichts. Ich war nicht da, um zu dichten, um zu predigen, um zu malen, weder ich noch sonst ein Mensch war dazu da.
Das alles ergab sich nur nebenher. Wahrer Beruf für jeden war nur das eine: zu sich selbst zu kommen. Er mochte als Dichter oder als Wahnsinniger, als Prophet oder als Verbrecher enden – dies war nicht seine Sache, ja dies war letzten Endes belanglos. Seine Sache war, das eigene Schicksal zu finden, nicht ein beliebiges, und es in sich auszuleben, ganz und ungebrochen.

Alles andere war halb, war Versuch zu entrinnen, war Rückflucht ins Ideale der Masse, war Anpassung und Angst vor dem eigenen
Inneren. Furchtbar und heilig stieg das neue Bild vor mir auf, hundertmal geahnt, vielleicht oft schon ausgesprochen, und doch erst jetzt erlebt. Ich war ein Wurf der Natur, ein Wurf ins Ungewisse, vielleicht zu Neuem, vielleicht zu Nichts, und diesen Wurf aus der Urtiefe auswirken zu lassen, seinen Willen in mir zu fühlen und ihn ganz zu meinem zu machen, das allein war mein Beruf.
Das allein! Viel Einsamkeit hatte ich schon gekostet. Nun ahnte ich, dass es tiefere gab, und dass sie unentrinnbar sei."
(Hermann Hesse - Demian)



"Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos. Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll. Klugheit ohne Liebe macht gerissen. Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich. Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch. Macht ohne Liebe macht gewalttätig. Ehre ohne Liebe macht hochmütig. Besitz ohne Liebe macht geizig. Glaube ohne Liebe macht fanatisch. Leistung ohne Liebe macht brutal. Urteilsfähigkeit ohne Liebe macht unweise. Wahrheit ohne Liebe macht eitel. Können ohne Liebe macht egoistisch. Eifer ohne Liebe macht eifersüchtig. Vergebung ohne Liebe macht nachtragend. Erfolg ohne Liebe macht einsam. Leiden ohne Liebe macht bitter. Überlegenheit ohne Liebe macht ironisch. Spontanietät ohne Liebe macht unduldsam. Gehorsam ohne Liebe macht sklavisch. Leben ohne Liebe ist sinnlos.!"
(Günther Lazik)